[Fortsetzung von Teil 1]
Einen Nachteil hatte das Gel aber auch: Nachdem ich mir, vorbildlich wie ich bin, die leeren Gelpackungen in die Tasche an meinem Oberschenkel gesteckt hatte (und sie nicht wie andere an den Strassenrand befördert habe), machte sich das restliche Gel selbständig auf in Richtung Kniekehle. Faszinierend, wenn man plötzlich einen Schmerz verspürt, sich wundert wo der herkommt und die Ursache dann ’nur‘ eine zusammengeklebte Kniekehle ist. Naja, das Wasser aus der Verpflegungsstation hats gerichtet.
Nach 02:34:23h (was einem Schnitt von 35 km/h entspricht) war die wilde Fahrt durch das „Land der 1000 Hügel“ dann auch jäh zu Ende. Schade eigentlich, ich wär gern noch ein wenig gefahren. Aber nun hiess es, 21km bei knapp 30 Grad und recht wenig Schatten in Angriff zu nehmen. Also schnell die Laufschuhe an, noch mehr Gels eingepackt (yay!) und ab auf die erste Runde.
Hier hab ich mich erstmal an eine recht flott laufende Dame drangehängt, die mir dann aber nach 3km doch etwas zu schnell wurde. Hinterher sollte sich rausstellen, dass die Gute 9. geworden ist und Profi-Starterin war. Da hätte ich also eh nicht lang folgen können. Aber machte auch nichts, mein Lauftempo pendelte sich gut ein, an jeder Verpflegungsstation gabs einen Schwamm mit Wasser über den Kopf und etwas Wasser zum trinken, und auch die Gels durften weiterhin nicht fehlen. Trotz der Hitze lief alles problemlos und die ersten zwei Runden vergingen ‚wie im Flug‘. Auf der letzten Runde hab ich es dann gelassen, noch mehr Gels zu essen – irgendwann ists auch mal gut und die Energie, so hoffte ich, würde schon ausreichen. Das tat sich dann zum Glück auch. 3km vor dem Ziel hab ich dann auch noch den Heiner eingesammelt, der ebenfalls 15min vor mir in die Fluten des Hardtsees gesprungen war. Aber Respekt vor seiner Leistung, ich hoffe in 25 Jahren bin ich auch noch so fit.
Und plötzlich waren sie dann da, die letzten Meter. Anders als in den Vorrunden durfte ich jetzt an der ‚Zielweiche‘ nach rechts abbiegen, unter der grossen High5-Werbung durch den Zielkanal laufen und das Zieltor passieren. Ein kurzer Blick auf die Uhr – und da stand 4:51:00h. Nach einem kurzen Vergewissern, dass die Uhr nicht kaputt ist, kam dann langsam die Freude über die Zeit durch. 28min schneller als letztes Jahr – verrückt.
Als erstes gratulierte Felix Walchshöfer, der Challenge-Chef persönlich. Danach gabs die sehr schicke Finisher-Medaille und nach einem Foto in Siegerpose (höhö) gings dann in den Zielbereich. Hier gab es alles, was das Herz begehrte, aber ich war zunächst mit Cola-Mix und dem Pool zufrieden, in dem ich meine Beine abkühlen konnte. Nachdem ich mein Finisher-Shirt geholt hatte, hab ich auch Heiner wiedergetroffen, der es sich mittlerweile in einem Liegestuhl bequem gemacht hatte.
Nach einem kurzen Plausch mit Ihm und Daggi rief dann das Massagezelt. Sehr entspannend, so eine Massage – wenn nicht immer die Rennerei vorher wäre. Mit gelockerten Muskeln begab ich mich dann auf Fahrradsuche, schnappte meine sieben Sachen und radelte ruhig zurück zum See. Dass der Herr in gelb, der mich dabei überholte und ein paar (französische) Worte mit mir wechselte der Viertplatzierte Francois Chabaut war, stellte sich erst später heraus. Sachen gibt’s…
Am See angekommen hiess es, alles zu verladen, und dann gings (mit einem Zwischenstopp bei Grit in Bretten) zurück in die Heimat. Tschüss Kraichgau – und bis bald, ich komm‘ wieder!
